Evangelische Kirche A.B. und H.B. in Österreich

Graz/Frühjahr 2019

Evangelisch in Österreich

 


Dieter Knall

* Kronstadt 1935

Aus Siebenbürgen stammend, flüchtet er mit seiner Familie 1944 nach Österreich, wo er zu einem wichtigen Theologen der Evangelischen Kirche wurde und 1983 - 1995 auch das Bischofsamt versah.  


Dieter Knall hat seinen Lebenslauf in dem Buch „Transilvania me genuit – Austria me recepit“ selbst geschildert. In Kronstadt geboren, aufgewachsen am Fuße der Zinne, besucht  er da die Honterusschule. Die Schulferien verbringt er im Banat, in Detta, wo der Vater als Oberstaatstierarzt wirkt. Als Schüler erlebt er den ersten Bombenangriff auf Kronstadt. Das veranlasst die Familie im August 1944 über die Batschka und Ungarn nach Vorarlberg zu flüchten.  Im Bregenzerwald findet die Familie eine zweite Heimat aber als „Ostflüchtlinge“ sind sie Schikanen ausgesetzt, durch den „Alemannenerlass“ als Altösterreicher ausgegrenzt. Dass der Vater für Österreich im Feld stand und der Großvater sogar fiel, beeindruckt keinen. Der Vater muss einen schier endlosenen eines Flüchtlings zurück. Er studiert in Wien und Heidelberg. Nach dem Examen pro candidatura 1955 schließt er die Ehe mit Elisabeth Lang (aus Bulkesch/Siebenbürgen), die er schon aus Kronstadt kennt. Zunächst als Lehrvikar in Stainz/Steiermark eingesetzt, wird dieses - nach dem Examen pro Kampf mit der Bürokratie ausfechten, um seine Studien aus Hannover nostrifiziert zu bekommen, Dieter Knall wird in Bregenz konfirmiert, 1949 erwirbt er die österreichische Staatsbürgerschaft und 1950 legt er das Abitur ab. Die Entscheidung zum Studium der Theologie führt er auf die teilweise demütigenden Erfahrungministerio (1957) und der Ordination - der Ort seines ersten pastoralen Einsatzes. Später wechselt er nach Bruck/Muur. Er wird als theologischer Mitarbeiter nach Kassel, zu dem Dienst für die Diasporakirchen berufen und ist dort ab 1968 als Generalsekretär tätig. In dieser Zeit unternimmt er 1.497 Gemeindebesuche im Ausland und ist ein tiefer Kenner und Förderer des evangelischen Europas. Seine 12.000 Dias sind ihm Basis für viele Vorträge und Publikationen. Seiner Heimatkirche widmet er 1977 einen beeindruckenden Bildband: „Siebenbürgen – Land des Segens. Bild einer evangelischen Kirche“. Als Superintendenten der Steiermark kehrt er nach Österreich zurück. Besonderes Interesse bringt er dem Schicksal der unter Maria Theresia nach Siebenbürgen zwangsumgesiedelten Geheimprotestanten entgegen und gründet das Diözesanmuseum in Murau. 1982 wird er Bischof der Ev. Kirche A.B. in Österreich. In seiner Amtszeit fällt der Eiserne Vorhang. Nun regt er die Donaukirchenkonferenz an, als Plattform zur gemeinsamen Reflexion der gesellschaftlichen Veränderungen. Dieses Thema beschäftigt auch die stetig wachsende Leuenberg-Kooperation. Dieter Knall nimmt an siebenbürgischen Heimattagen, aber auch am 1. Pfarrertag in Hermannstadt teil, wo er als einziger auswärtiger Teilnehmer mit einem Referat betraut wird. Er ist Mitglied im Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde und im Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen. Ganz wichtig ist ihm der Einsatz für die Landler und deren Rücksiedlung nach Österreich. Dass dieses scheitert, zählt zu den großen Enttäuschungen seines Lebens, über die auch zahlreiche Auszeichnungen der Republik Österreich oder einzelner Bundesländer nicht hinwegzutäuschen vermochten. 

Foto: Siebenbuerger.de

 

 

Das Programm

noch nicht festgelegt



Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche A.B. und H.B. Österreich und dem Deutschen Forum östliches Europa, Potsdam, durchgeführt



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