Evangelisch Lutherische Kirche in Ungarn

Frühsommer 2020

Evangelisch in Ungarn

 


Evangelisch-Lutherische Kirche Szárszentlörinc

Foto: Familienarchiv Csepregi

Béláné Csepregi

 *Eger/Erlau 1920

Sárszentlőrinc 2012

Béláné Csepregi, geborene Piroska Medgyaszay war eine vorbildliche Familienmutter, Pfarrfrau, Kantorin sowie Mitarbeiterin in der lutherischen Erweckung Ungarns. 


 

 Piroska Medgyaszay wächst in einer Budapester selbstbewussten protestantischen Bürgerfamilie auf. Die Eltern hatten 1918 die Ehe geschlossen, nachdem der Vater aus dem Kriege zurückgekehrt ist. Er ist Architekt, die Mutter sorgt für die ruhige familiäre Basis. Ihre geistliche Heimat ist die Gemeinde am Deák-Platz. Unter Einfluss ihres Religionslehrer, László Danhauser findet sie zum Glauben. Sie ist in der Pfadfinderbewegung aktiv, die ihre Denkweise beeinflusst: offen für Neues, tatbereit, empathisch für Mitmenschen. Nach dem Matura verbringt sie ein Jahr in England, in einem internationalen Pfadfinderzentrum, wo sie lebenslange Freunde findet. In die Heimat zurückgekehrt, arbeitet sie als Lehrerin für Stenographie. Weil sie mütterlicherseits jüdischer Abstammung ist, wird ihr 1942 gekündigt. Danach setzt sie ihre Kenntnisse als Erzieherin in der Mädchenvolkshochschule Celldömölk ein. Die Stelle hat ihr Pfarrer Béla Csepregi angeboten, der – nach einem Jahr in Finnland – einer der Hauptorganisatoren der ungarischen lutherischen Volkshochschulbewegung geworden ist. Sie heiratet Béla Csepregi. Die Belagerung von Budapest steht sie zusammen mit ihrem ersten Kind durch. Ihr Ehemann – als Zivilist – gerät in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg wird er Pfarrer der Inneren Mission. In 10 Ehejahren haben sie 6 Kinder. Neben der Versorgung der Kinder hilft sie ihrem Mann und transkribiert nachts auf der Maschine dessen stenographisch aufgezeichneten Predigten und Vorlesungen. Ihre Wohnung ist zugleich auch Verlagslokal der lutherischen Evangelisation und der Redaktion der Wochenzeitung, „Lebendiger Wasser“. Der Staat verbietet die Evangelisation, ihr Mann wird nach Sárszenlörinc, ein Dorf des Komitats Tolna versetzt. Die fehlende Infrastruktur und Armut schrecken sie nicht zurück. Sie tut ihren Dienst treu, verteilt großzügig von ihren geistlichen und geistigen Schätzen. Mit einer für alle offenen Liebe setzt sie sich für die Gemeinschaft ein. Das Ehepaar bekommt noch 3 Kinder, das jüngste 1964. Mit ihrem Mann initiieren sie Treffen der Pfarrkinder des Dekanats. In den 60gern ist das politisch ein riskantes Unternehmen, bringt aber den Teilnehmern viel Segen. Die Kinder sind erwachsen, folgen dem Beispiel der Eltern und werden aktive Mitglieder der Lutherischen Kirche. 4 von 9 wählen den Pfarrberuf. Ihr Haus ist ständig offen für Kinder, Enkel, Freunde und Gäste aus der Ferne. Sie steht in lebhaftem Briefverkehr mit ausländischen Glaubensgenossen, unterrichtet die Kinder des Dorfes in Deutsch und Englisch, fördert die Bildung. Zusammen mit dem Ehemann entwickeln sie die Kontakte zu der finnischen Partnergemeinde, wodurch sie für die Gemeinde die Welt öffnen. Die ihr ganzes Leben gelebte Offenheit und Toleranz charakterisiert auch ihr hohes Alter. Sie ist dankbar für alles. Nach dem Tod ihres Mannes in 2004 lebt sie beherzt alleine. In den letzten beiden Lebensjahren muss sie lernen, ihren Lebensraum einzuschränken. Dieser wird das Bett, in dem sie nun - umrahmt von der Liebe ihrer Kinder - mit kindischen Seele lebt. Die einst aktive und tatkräftige Frau kehrt 2012 zu ihrem Schöpfer zurück. 

 

Foto: Familienarchiv Csepregi

 

 

Das Programm

noch nicht festgelegt


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Foto: Stefan Bichler


Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, sowie dem Deutschen Kulturforum östliches Europa



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